Letzte Änderung: 2001-07-17 10:58
Irgendwann einmal wird Dein Arzt Dir sagen, dass er einen Test zur Bestimmung Deines Blutzuckers machen wird.
Es gibt 2 Varianten:
Du bekommst bei Deinem Arzt ein Glas mit Traubenzucker zu trinken und es wird Dein Blutzucker vor dem Trinken gemessen und nach einer Stunde.
Es wird ein sogenannter OGTT
gemacht. Du musst vor dem Test 10 - 12 Stunden nüchtern sein. Das heißt,
dass Du nichts Essen und nichts Trinken darfst (auch kein Wasser).
Am besten lässt Du Dir also einen Termin recht früh morgens geben. Nimm
Dir zu dem Termin ein gutes Buch oder eine Handarbeit mit, denn die Zeit
wird lang.
Als erstes wird per Fingerpieks der Blutzucker Wert festgestellt, wenn Du
nüchtern bist. Dann musst Du ein Glukosegetränk einnehmen, das ein wenig
wie billiger Traubensaft schmeckt.
Nach jeweils einer, zwei und drei Stunden wird dann noch einmal der
Blutzucker gemessen. Und aus den Werten ist dann ersichtlich, ob Dein
Körper im ausreichendem Masse Insulin ausschüttet.
Dann passiert gar nichts, Du gehst nach Hause und freust Dich auf den Rest Deiner Schwangerschaft.
Dann weißt Du, dass Dein Körper nicht ausreichend Insulin produziert, Du gehst nach Hause und freust Dich auf den Rest Deiner Schwangerschaft.
Dein Arzt wird dann wahrscheinlich veranlassen, dass bei Dir ein Zuckertagesprofil erstellt wird. Dazu musst Du für einen Tag in das Krankenhaus und dort passiert nicht viel, außer dass ständig jemand rein kommt und den Blutzucker misst.
Am nächsten Tag wirst Du dann einen Termin bei einer Ernährungsberatung haben. Dort wird ein Ernährungsplan erstellt und an den hältst Du Dich die nächsten Wochen bis zur Entbindung.
Und das war es dann auch schon.
Du kannst Dir und dem Ernährungsberater die Arbeit ein wenig erleichtern, wenn Du ein paar Tage vorher mal notierst, wie Dein Essverhalten ist.
Da brauchst Du auch nichts zu beschönigen, weil damit belügst Du Dich im Prinzip nur selber und dem Berater ist das vollkommen Wurst, ob Du ihm nun 1 Scheibe Brot oder 1 Tafel Schokolade verschweigst oder nicht.
Erstell einfach zu dem Termin eine Liste und schreib auf, was Du wann in welchen Mengen (ungefähr) isst und trinkst.
Hier ist ein Beispiel für eine solche Liste:
| 07:00 | 1 Brötchen, 1 Scheibe Vollkornbrot, Butter, Marmelade, Käse, 2 Tassen Milchkaffee (ca. 0,1 Liter Milch, 0,1 Liter Kaffee/Caro), 1 Glas O-Saft (0,2 Liter) |
| 09:00 | 1 Glas Sprudel (0,2 Liter) |
| 10:00 | 1 Tasse Caro mit Milch und Zucker |
| 10:45 | 1 Joghurt, 1 Tasse Caro mit Milch und Zucker |
| 12:00 | 1 Salat (Kopfsalat, Möhren, Gurke, 1 Dose Thunfisch in Wasser, Ei), 2 Gläser Wasser |
| 13:30 | 1 Glas Wasser, 1 Apfel |
| 15:00 | 1 Glas Apfelsaft, 1 Teilchen / Stück Kuchen, 1 Tasse Caro mit Milch und Zucker |
| 17:00 | 1 Glas Wasser, ein paar Salzstangen |
| 19:00 | 2 Glas Früchtetee, Kartoffeln, Spinat, 2 Spiegeleier |
| 20:00 | 1 Glas Coca Cola |
| 21:00 | 1 Tafel Kinderschokolade |
| 22:00 | 1 Glas Fanta |
| 23:00 | 1 Glas Wasser, 1 Glas sauere Gurken ;-) |
So kann Dein Ernährungsplan an Dein Essverhalten angepasst werden und nicht umgekehrt.
Es nutzt Dir ja z.B. nichts, wenn Dir der Ernährungsplan "vorschreibt", dass Du Mittags eine warme Mahlzeit zu Dir nehmen sollst, wenn Du das nie machst.
Wenn man einen Ernährungsplan an den Gewohnheiten vorbei erstellt, dann ist er, meiner Meinung nach, zum Scheitern verurteilt. Und das will man ja nun nicht.
In vielen Fällen ist es mit dem Einhalten des Ernährungsplans auch schon getan.
Manche Frauen müssen für den Rest der Schwangerschaft vielleicht Insulin spritzen, aber man weiß ja wofür man das macht.
© Christa Keil-Jahns, 2000 - 2001, Herne