Ich bin bestimmt keine praktizierende Christin, zumal ich vor knapp 10 Jahren beschlossen habe aus der Kirche auszutreten. Es hat mich damals schlicht und ergreifend geärgert, das ich für das Geld, das ich jährlich an die Kirche zahlte, wirklich einen Kurzurlaub finanzieren konnte.
Und da gab es dann auch die Zeit, wo ich mir Gedanken darüber machte, wie das sein sollte, wenn ich mal Nachwuchs haben würde. Ich war der Auffassung, das es besser wäre, wenn das Kind im entsprechenden Alter, sprich mit 14, selber entscheiden kann, ob es einer Kirche angehören will oder nicht.
Mittlerweile habe ich in dem Punkt meine Meinung geändert.
Ich möchte mein Kind taufen lassen - und es soll dann
mit 14 Jahren entscheiden, ob es in der Kirche bleiben will
oder nicht.
Falls es das nicht möchte, kann ich immer noch kurz mit ihm
zum Amtsgericht gehen und es tritt dort aus der Kirche aus.
Deutschland ist ein vorwiegend christliches Land, in dem wohl hauptsächlich Katholen und Evangelen - sprich Anhänger der katholischen oder evangelischen Kirche leben. Der typische Deutsche gehört eher selten einer Glaubensgemeinschaft wie dem Islam, Buddhismus und wie sie alle heißen mögen an.
Dementsprechend ist das Leben hier auch eher christlich orientiert - selbst wenn man kein praktizierender Christ ist.
Das fängt an bei so trivialen Sachen wie Kindergärten. Die meisten werden auch heute noch von der Kirche getragen und unterhalten.
Irgendwann gehen Kinder in die Schule und spätestens
dann kommt die Zeit der Kommunion, Firmung oder
Konfirmation. Das sind soziale Veranstaltungen, die wichtig
sind.
Ich scheue vielleicht auch die Diskussion mit meinem Kind um
die Frage "Wieso gehen eigentlich 95 % aller Kinder
meiner Klasse dieses Jahr zur Kommunion?"
Lange Rede - kurzer Sinn: Ich möchte, daß das Kind getauft wird - und es kann dann selber entscheiden, im entsprechenden Alter, was für es selber gut ist und was nicht.