Nabelschnurblut Konservierung

Letzte Änderung: 2001-04-21 17:36

 

Vor einiger Zeit wurde ich von einem Bekannten auf die Dienstleistung von der Leipziger Firma Vita34 aufmerksam gemacht. Ich forderte bei dieser Firma Informationsmaterial an und war natürlich erst einmal von dieser Möglichkeit sehr begeistert.

 

Die Dienstleistung der Firma Vita34 wird hier genauer beschrieben.

 

Danach fing ich dann an weitere Informationen zu diesem Thema zu suchen. Es erstaunte mich dann doch etwas, daß die Firma die einzige in Europa zu sein schien, die diesen Dienst überhaupt anbot. Die Firma gibt es immerhin schon seit Oktober 1997.

 

In einem Artikel der Medical Tribune fand ich dann jedoch einige kritische Stimmen:

"Es geht hier um ein Riesengeschäft mit der Angst der Mutter, daß das Kind krank werden könnte. Das halte ich für unverantwortlich", schimpfte Professor Dr. Hans-Jochen Kolb, Leiter der Abteilung für Knochenmarktransplantation, Klinikum Großhadern der Universität München, im Gespräch mit Medical Tribune. "Die Wahrscheinlichkeit, daß das Nabelschnurpräparat gebraucht wird, ist extrem gering, das Geschäft ist aber sicher!" Eine Leukämie bekommen nur 2 von 100 000 Kindern pro Jahr, und bei denen ist die autologe Stammzelltransplantation ohnehin nicht die Methode der Wahl: "Standard ist die allogene Spende, also das Transplantat eines gesunden anderen Menschen", betonte Prof. Kolb. Vom Ansatz her ist die autologe Transplantation sowieso unsinnig: "Wenn ich einem Kind seine eigenen Nabelschnurstammzellen zurückgebe, dann ist doch wahrscheinlich die Leukämie schon darin angelegt", gab der Experte zu bedenken. Privatdozent Dr. Rupert Handgretinger, Universitäts-Kinderklinik Tübingen, würde bei einem Leukämiekind nie konserviertes Nabelschnurblut verwenden - weder autolog noch allogen. Die Zahl der Stammzellen im Nabelschnurblut ist seiner Ansicht nach zu gering, um das kompromittierte Immunsystem des Kindes zu ersetzen. Die Folge sind zu lange Aplasiezeiten und damit eine hohe Infektionsgefahr."

und weiter dann

"Wir bevorzugen die Eltern als Stammzellspender", erklärte er gegenüber Medical Tribune. Von denen sind Stammzellen nicht nur in großer Anzahl zu gewinnen, sondern auch so sauber zu isolieren, daß man kaum noch mit Abstoßungsreaktionen zu rechnen hat und auf die Immunsuppression verzichten kann. "Wenn Sie diese Reinigung mit Nabelschnurblut versuchen, bleibt nichts mehr übrig!" Außerdem bietet die Elternspende den durchaus erwünschten Vorteil der Transplantation eines "neuen" Immunsystems."

[...]

Ob das eigene Nabelschnurblut noch helfen kann, wenn das heute Neugeborene in 40 Jahren ein Karzinom entwickelt, ist ebenfalls mehr als fraglich. Lagerungserfahrungen liegen erst über zehn Jahre vor, und für einen Erwachsenen dürften die wenigen Zellen darin erst recht nicht ausreichen. In-vitro-Vermehrungsversuche, betont Dr. Handgretinger, sind bisher nicht über das experimentelle Stadium hinausgekommen. Außerdem braucht man für die autologe Stammzelltransplantation Erwachsener, wie sie z.B. bei soliden Tumoren praktiziert wird, gar kein Nabelschnurblut.

 

Mein Mann und ich haben sehr lange über dieses Thema diskutiert und sind dann für uns zu der Überzeugung gekommen, das uns das ganze noch viel zu windig und unausgegoren ist.

 

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Ich schließe demnach jegliche Haftung im oben genannten Zusammenhang aus.

 

Weitere Informationen zum Thema Verwertung von Nabelschnurblut findet man hier:

Bund der Deutscher Hebammen zum Thema Nabelschnurblut

Yavivo 

DGU

Bericht des Deutsches Grünes Kreuz

Ein Bericht im Focus

Noch ein Bericht aus de Focus

Stiftung Schweizer Register für Knochenmarkspende 

Knochenmarkspendezentrale der Uni Düsseldorf Bericht 1, 2, 3, 4  

Jose Carreras Stiftung 

Bericht bei ch-Forschung.ch

Bericht bei menschenblut.de

Kostenloser Sonderdruck der Ärztezeitung 

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