Letzte Änderung: 2001-07-04 14:17
Ja, es ist ja schon eine absolute Unverschämtheit, wenn Frauen mit einer Konfektionsgröße über 44/46 durch die Gegend laufen.
Und weil das so eine Unverschämtheit ist, ignoriert man sie komplett bei der Erstellung von Schwangerschaftskleidung.
Wahrscheinlich sollte man als schwangere Frau zu einer örtlichen Niederlassung von Zelte Weber gehen, wenn man irgend etwas braucht, das einem in der späteren Schwangerschaft noch passen sollte.
Ich bin seinerzeit von Pontius nach Pilatus gerannt, um Klamotten zu bekommen, die mir im 9 oder 10. Monat noch passen.
Das Problem Unterhose habe ich gelöst, in dem ich mir einfach recht billige Boxer-Shorts mit weitem Bein geholt habe. Die gibt es nämlich bis Größe 9 und die haben bei mir dann ganz zum Schluss immer noch gepasst.
Die Teile hatten dann noch den Vorteil, dass ich an den Oberschenkeln nicht wund wurde, wenn ich mal heftiger geschwitzt habe.
In der ersten Zeit der Schwangerschaft habe ich einfach ein paar ältere "ausgeleierte" BHs getragen oder im Haus Bustiers. Aus einem BH habe ich die Bügel rausoperiert. Die waren recht angenehm zu tragen.
So ab der 36. SSW wurden die dann doch etwas eng.
Wenn man nicht nur etwas mollig ist, sondern auch noch einen großen Busen hat, ist man irgendwo besser bedient, wenn man gleich in ein vernünftiges Wäschegeschäft geht und sich dort beraten lässt.
Die Firma Anita stellt BHs mit recht großen Körbchen (oder Körben ;-) ) her. Die BHs bekommt man teilweise bis G oder H-Körbchen.
Die BHs sind recht teuer - aber es ist wichtig, dass so ein schwerer Busen gut gestützt wird.
Überhaupt habe ich die Erfahrung gemacht, das ein BH, der etwas teuerer ist und damit eine gute Qualität hat, deutlich länger hält als so ein Fifi für 20/30 DM aus dem Supermarkt.
Ich habe diverse BHs von Triumph oder Anita, die haben zwar zwischen 80 und 150 DM gekostet, aber dafür halten die Dinger auch noch nach 2 - 3 Jahren wunderbar und sitzen gut.
Recht billige BHs, die so um die 20/30 DM kosten halten einfach nicht so gut und der Busen hängt dann mehr als das er gestützt wird.
Normale Strumpfhosen rutschten mir immer unter den Bauch und schnitten dort ein.
Die Kompressionsstrumpfhose, die ich am Anfang der Schwangerschaft bekam, war ein einziger Krampf für mich, weil sie ständig etwas runter rutschte und dann entweder in den Kniekehlen oder um die Knöchel einschnitt. Diese Strumpfhose hatte vorne in Bauchhöhe ein Dehnungsdreieck und der Hosengummi ließ sich mit Knöpfen verstellen.
Später in der Schwangerschaft bekam ich dann Kniestrümpfe verschrieben, mit denen ich wesentlich besser zurecht gekommen bin.
Bei Kniestrümpfen oder Strumpfhosen sollte man darauf achten, dass diese mindestens Kompressionsklasse 2 haben. Das hat den Vorteil, dass sich während der Schwangerschaft in den Beinen und Füssen nicht so schnell Wasser einlagern kann.
Ach ja - die Kompressionsstrümpfe kann man im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge vom Frauenarzt verschrieben bekommen. Dann muss man da auch nichts zu zahlen.
Und noch ein Tipp, zum Anziehen von solchen Kompressionsstrümpfen.
Besorg Dir ein paar Haushaltshandschuhe aus Gummi, die in der Handinnenfläche so etwas wie kleine Noppen haben.
Damit bekommt man die Kompressionsstrumpfhose viel leichter angezogen. Außerdem liegen das Gummi über den Fingerkuppen und damit über den Fingernägeln. Gerade weil das Material ja etwas fester ist, passiert es ansonsten leicht, dass man in den Strumpf eine Laufmasche reißt.
Zieh die Strumpfhose am besten noch im Bett vor dem Aufstehen an. Wenn man aufgestanden ist, ist es deutlich schwerer die Strümpfe anzuziehen.
Ich habe in der Schwangerschaft morgens auf das Duschen verzichtet und das auf den Abend verschoben. Morgens habe ich dann halt "nur" am Waschbecken gewaschen.
Trag die Strümpfe wirklich jeden Tag für mindestens 5 - 6 Stunden. Ich weiß, dass das lästig ist und das man darunter auch ggf. leichter schwitzt. Aber man gewöhnt sich daran. Im Sommer hilft es, wenn man sich die Strumpfhose mal etwas feucht macht, wenn sie am Bein ist.
Es gibt übrigens auch im Sanitätshaus recht neckische Oberschenkelstrümpfe mit einem breiten Rand. Manche Hersteller setzen dort eine breite Spitze oben dran, dann sehen die nett aus, halt wie halterlose Strümpfe.
Und noch etwas zur Farbe ... die beige und hautfarbenen Töne sehen durch die Dichte des Materials am Bein einfach nur aus, als wäre man Oma Lieschen.
Ich habe mir die Strumpfhosen/Strümpfe in Schwarz geholt. Die sehen dann aus, als wären sie Blickdicht.
Ich habe mir Hosen mit einem Gummizug besorgt. Die gibt es in Läden wie Ulla Popken oder bei C&A (Kollektion XL) bis Größe 60/62.
Man kann so eine Hose auch zur Schneiderin bringen, damit sie einem vorne einen Dehnungs-Einsatz rein näht.
Auch die habe ich bei Ulla Popken oder bei C&A gekauft. Größe 58 hat bei mir selbst kurz vor der Entbindung den Bauch wirklich locker "umspielt", ohne das da etwas gezwickt oder gezwackt hätte.
Und ich fand es gar nicht mal unangenehm, das die Klamotten an den Armen auch noch weiter waren, so habe ich dann deutlich weniger geschwitzt.
Ich habe mir eine weite Jacke gekauft, und die dann bis zum Schluss getragen - sehr zum Leidwesen von Wolfgang, der das Teil am liebsten verbrannt hätte.
Habe ich komplett drauf verzichtet in der Schwangerschaft, zumal ich eh nicht soooo viele Kleider anziehe.
Allerdings macht sich so ein Stretchkleid in der Schwangerschaft wirklich gut. Bei einer Gelegenheit habe ich ein Kleid in Größe 48 angezogen und sah damit aus, als würde ich gleich niederkommen, was in der Situation gar nicht mal ungewollt war ;-)
Es sah schon reichlich niedlich an, das man plötzlich überall Arme und Beine sah, die sich in mir bewegten.
Das wirkte fast ein wenig Alienhaft :-)