de.talk.liebesakt

© 1988 - 2004 Christa M. Keil, Gabriele Dirks, Achim Patzner

Fisting

Version 0.04/CK-991117

 

 

Da in der Newsgroup de.talk.liebesakt in ziemlich regelmäßigen Abständen gefragt wird, was Fisting ist und wie das geht, habe ich Anfang 1999 angefangen auf die Fragen einen Standardtext zu schreiben – die mir die Arbeit erspart.

 

Erst einmal zur Frage: „Was ist Fisting?“

Erst einmal zur Antwort: „Das Einführen der Hand bzw. Faust in die weibliche Scheide bzw. den Anus eines Partners“

Damit könnte jetzt dieser Text fertig sein – aber so einfach möchte ich es mir, Dir und Deiner Partnerin bzw. Partner nicht machen :-)

 

Weitere Fragen:
Ist das etwa pervers?

Nein, ich denke nicht. Das ist vielleicht nicht gerade das, was man unter 08/15 Gestöpsel versteht. Aber im Zweifelsfall ist das wohl eine Definitionssache, die jeder für sich beantworten muss. 
Im Zweifelsfall gilt halt: YKINMK = Your Kink is not my Kink !

Mein Partner oder meine Partnerin will das nicht. Wie kann ich ihn/sie nun überreden?

Meiner Meinung nach kann man niemanden zu nichts überreden. Du kannst versuchen Argumente anzubringen. 
Wenn Dein Partner diese an sich lässt und experimentierfreudig ist, hast Du Glück. Ansonsten wirst Du mir diesem Partner auf das Vergnügen verzichten. Ein Argument kann z.B. immer sein „Lasse es uns probieren, sobald Du nicht willst, gib mir ein vorher klar definiertes Zeichen/Wort und ich verspreche, das ich dann sofort und unmittelbar aufhöre!“ 

Tut das weh?

Auch das ist relativ. Wenn ich total verspannt bin, Angst vor dem „Aua“ habe, der doch ganz bestimmt kommen muss (oder nicht?), dann wird das bestimmt nicht angenehm werden. 
Kennst Du das Gefühl, wenn Dein Zahnarzt Dir sagt „Also gleich wird es einen mordsmäßigen Schmerz geben“?
Kennst Du auch das Gefühl, wenn Dir Dein Zahnarzt sagt „Gleich wird es etwas drücken, nicht schlimm – nur ein wenig“?

Wann bist Du entspannter? 
Wenn ich  meinem Partner vertraue und weiß, dass der nichts macht, was mir weh tut, dann kann ich mich entspannen und dann schmerzt es natürlich auch nicht.

Wenn Dir also der Gedanke an Fisting Freude macht, und Du nicht weißt, wie Du es Deinem Partner, egal ob dieser das aktiv (als Fistender) oder passiv (als Zufistende/r) genießen soll, spreche einfach mit ihm oder ihr darüber.

Mal ehrlich, was kann Dir denn schon passieren? 

Mehr als ein „Nein“ kann es nicht sein – und im Zweifelsfall kommt ein „Hmm – das hört sich doch interessant an. Sollen wir das mal probieren?“

 

Vielleicht erleichtert es auch das Gespräch, wenn Du diesen Text ausdruckst und  den Text mit Deinem Partner gemeinsam durch geht – dadurch werden Fragen vielleicht beantwortet und Angst vor dem Neuen genommen.

 

Was gleich folgt ist keine Anleitung, die man ausdrucken sollte, um sie dann an das Kopfende des Bettes zu nageln und sie dann Punkt für Punkt abzuhacken.

Sieh es einfach nur, als das was es für mich ist - ein Text, der Dich und Deinen Partner zu irgend etwas inspirieren sollte. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Ich gehe in dem Text davon aus, dass die Partner vaginal fisten. Anales Fisten unterscheidet sich davon im wesentlich nicht – es wird halt nur ein paar Zentimeter neben der Scheide „angesetzt“.

 

Lasst euch für euer erstes Spiel Zeit. Es ist bestimmt keine gute Idee, das zu machen, wenn man weiß, das in einer halben Stunde Besuch kommt, oder die Kinder gleich wieder kommen. Versucht entspannt und ungestört zu sein. 

  • Lass Deine Partnerin vorher auf die Toilette gehen, so dass ihr sicher sein könnt, das die Blase entleert ist. Das ist in soweit wichtig, als das die Frau unter Garantie irgendwann einmal während des Spiels der Meinung sein wird, das sie nun unheimlich dringend auf die Toilette muss.

  • Die Frau sollte entspannen sein.
    Pack sie ggf. vorher in die Badewanne, schöpf sie anschließend vorsichtig raus und drapier sie auf einer Unterlage, wo sie entspannt und bequem liegen kann.
    Alternativ kann man das natürlich auch nach einem langen Vorspiel machen (und damit meine ich keine 5 Minuten ;-) ) bzw. nach einem Orgasmus, wenn sich die Frau wieder beruhigt hat und noch entsprechend rollig ist.

  •  Pack ein dickes Bade- oder Saunahandtuch unter ihren Po, so dass dieser leicht angehoben ist.
    Alternativ tut es auch ein Kissen - die meisten Federn mögen es jedoch nicht, wenn sie zu feucht werden.
    Das Anheben des Beckens erleichtert es, in die Frau ein zu dringen - und es hilft ihr sich zu entspannen. Ein Handtuch hat außerdem den Vorteil, das die Frau nach einem möglichen Ejakulieren, nicht im Nassen liegt.

  • Sorg dafür, dass es warm und angenehm ist, sprich keine OP-Beleuchtung und auch kein Kühlhaus, das mag zwar cool sein, bringt es aber nicht wirklich in der Situation.

  • Achte darauf, dass Deine Fingernägel kurz geschnitten sind und das sie möglichst glatt sind. Im Zweifelsfall kann eine Maniküre eh nicht schaden - kann ja im Zweifelsfall die Partnerin vorher machen.
    Ringe und sonstigen Schmuck, inklusive Uhr solltest Du ausziehen. (Obwohl ein Uhrglas, das irgendwann mal an den Kitzler kommt, ein netter Effekte ist ;-) )

  • Leg Dir Latexhandschuhe bereit und die Familienpackung eines Gleitmittels Deiner Wahl. 
    Die Latexhandschuhe haben den Vorteil, dass 
    a) das Gleitmittel nicht in Deine Hand einzieht
    b) es ist save
    c) es fühlt sich nett an
    d) die Frau nicht zu schnell trocken wird

  • Zieh die Latexhandschuhe an, und pack reichlich von dem Gleitmittel drauf.

  • Sicherheitshalber packst Du noch eine Ladung Gleitmittel drauf - Du hast wahrscheinlich eh zu wenig genommen, alter Geizhals ;-).

  • Setz Dich praktischerweise zwischen die geöffneten Beine deiner Partnerin, so kannst Du ihr ins Gesicht schauen und erkennst am besten ihre Reaktion, den die sind sehr wichtig.
    Wenn eine Frau dabei nicht entspannt ist und genießt, wird sie dabei nicht wirklich Spaß haben.

  • Fange nun an mit 1 Finger in die Frau einzudringen. Und da Dein Daumen eh nichts besseres zu tun hat, könntest Du damit z.B. den Kitzler streicheln.

  • Schiebe nach und nach einen 2. und 3. Finger nach, bis dahin haben die meisten Frauen kaum Probleme.
    Das tut nicht weh und es macht Spaß, oder?

  • Wenn Du Zeige-, Mittel- und Ringfinger versenkt hast, lass Dir Zeit, achte darauf, wie Deine Partnerin reagiert, leg nach Bedarf noch etwas Gleitmittel nach - schaden kann das sowieso nicht.

  • Es ist einfacher, wenn Du die Finger schon jetzt „zusammen faltest", sprich Zeige- und Ringfinger liegen unter dem Mittelfinger.
    Während dessen kannst Du mit dem Daumen – der schüttelt die Pflaumen ;-) - ja weiter den Kitzler *leicht* weiter streicheln. Mit Deiner anderen Hand kannst Du sie ja eh weiter streicheln - so dass sie weiter entspannt bleibt.

  • Nun versuchst Du mit dem kleinen Finger in sie einzudringen. Dazu legst Du den kleinen Finger und den Zeigefinger unter Ring- und Mittelfinger.
    Lass Dir dabei Zeit. 
    Du meinst Du hast Dir Zeit gelassen? Lass Dir noch etwas mehr Zeit.
    Denn ihr habt alle Zeit der Welt.
    Erwähnte ich bereits, das man eventuell noch etwas Gleitmittel nehmen kann?

  • Achte darauf, möglichst keine harten oder ruckartigen Bewegungen zu machen, die lenken i.d.R. nur unangenehm ab, bzw. schmerzen einfach - und damit verkrampft sich das Mädel. Das will keiner zu diesem Zeitpunkt haben.

  • Lass Dir noch etwas mehr Zeit. Du wirst ziemlich deutlich merken, ob das, was Du da machst auch gut ankommt. Mach Dich darauf gefasst, das die Kontraktionen der Scheide schon etwas heftiger sein können.
    Vom Gefühl her kann das sein, als ob Dir jemand wirklich sehr fest die Hand drückt.

  • Sobald Du merkst, dass sich Deine Partnerin verspannt, verlangsame die Bewegungen, nehme vielleicht noch mal einen Finger wieder raus. Den kannst Du ja etwas später wieder rein tun.
    Mache ggf. Drehungen mit der Hand, wenn Deine Hand wagerecht drin ist und der Zeigefinger auf 9, bzw. der kleine Finger auf 3 Uhr „steht", drehe die Hand auf ca. 10 - 11 h.
    Später kann das noch weiter gehen - aber für den Anfang reicht das vollkommen aus.
    Sinn und Zweck von dieser Übung ist es, den Scheideneingang etwas zu dehnen und gleichzeitig aber auch zu entspannen.
    Man kann auch versuchen die Finger in der Scheide zu spreizen oder so etwas wie eine leichte Kratzbewegung zu machen, sprich man drückt mit den Fingern auf den Scheidenboden bzw. die Scheidendecke.

  • Lasse Dich nicht in Versuchung führen, dass Du Deine Hand nun sehr schnell in bzw. aus Deine Freundin bewegst.
    Irgendwie meinen viele Männer, dass fisten irgendwie analog zum normalen Stöpseln sein müsse und sie ihre Hand gleich reinhämmern müssen, wie Rudi Rammler.
    Nein, dem ist nicht so. Das mag in irgendwelchen schlechten Pornos so sein. Aber in Pornos haben die Partner auch riesige Schwänze, nie Erektionsprobleme und Partnerinnen, die spätestens nach dem "Hallo, sind Sie der neue Briefträger?"  unmittelbar auf die Knie fallen um nach Fellatio zu betteln. Aber das hat reichlich wenig mit dem "richtigen" Leben zu tun.

  • Wenn Deine Partnerin bereit ist die ganze Hand aufzunehmen, hüpft sie Dir mehr oder minder darauf.
    Im Zweifelsfall lass Dir jedoch damit ggf. bis zum zweiten oder dritten Mal Zeit, die ihr ja reichlich habt.
    Wenn Du den Daumen noch rein nehmen möchtest, legst Du diesen nach innen in die Handfläche, so dass die Daumenspitze quasi unter dem kleinen Finger liegt.

  • Es ist primär Deine Aufgabe, dem Mädel reichlich Spaß zu zubereiten und darauf zu achten, das es ihr gut geht.

  • Achte darauf, dass sie regel- und gleichmäßig atmet und überhaupt, sie ggf. daran zu erinnern.
    Sag mir nun nicht, daß Atmen ein Reflex ist. Wenn man erregt ist, hält man öfter mal die Luft an, einfach weil es scheint, das man dann das Gefühl noch intensiver genießen kann.
    Bring sie dazu Dir ins Gesicht zu sehen und atme ihr deutlich vor, das erinnert sie dann wieder daran. 
    Sollte sie immer noch nicht regelmäßig atmen, verlangsame Deine Bewegungen immer mehr, spätestens dann wird sie wieder gleichmäßig atmen.

  • Die Hauptsache dabei ist erst einmal die Lust Deiner Partnerin, wenn Dir das dann auch Spaß und Lust bereitet, ist das ein netter Nebeneffekt.

  • Bedenke, ein missglückter Versuch, wegen 

    • Aua (sprich Schmerz)

    •  Unsensibilität

    • sonstigem Missgeschicken

    hat schon Mädels, die Lust auf ganz andere angenehme Dinge vergällt.
    Sei deshalb beim ersten Mal besonders vorsichtig und lass Dir 

    • viel Zeit

    • und Deiner Partnerin noch mehr Zeit, sich daran zu gewöhnen

    • das Gleitmittel nicht ausgehen

    Wenn Deine Partnerin Dich bittet, aufzuhören oder Dir an einem Punkt keinen Finger mehr haben will, dann ist das kein Misserfolg per Definition. Es bedeutet nur, daß sie etwas Zeit braucht. Aber davon habt ihr ja reichlich. 

  • Mach Dich bei einem geglückten Versuch darauf gefasst, dass das Mädel das wiederholen will ;-)

  •  Es kann durchaus passieren, dass eine Frau dabei ziemlich heftig "kleckert" und wirklich niedliche Pfützen produziert.
    Damit meine ich weibliche Ejakulation. Das ist nichts schlimmes, das hat nichts mit „ins Bett machen“ zu tun, sondern ist eigentlich „nur“ ein Zeichen dafür, dass Deine Partnerin einen sehr heftigen und intensiven Orgasmus hat. 
    Wenn Du merkst, dass sich zwischendurch Deine Partnerin verkrampft und Du weißt genau, das es nicht daran liegen kann, dass ihr etwas Schmerzen zu fügt, frag sie einfach, ob sie das Gefühl hat, das sie aufs Klo müsse.
    Wenn sie das bejaht, erinnere sie daran, das sie doch gerade eben erst auf der Toilette war und das dies nur ein Zeichen dafür ist, das es ihr gut geht und es schlicht und ergreifend erregend ist. Wenn also Flüssigkeit austritt, dann ist doch immer noch das dicke Handtuch unter ihrem Po, das ggf. diese aufnehmen kann.
    Also gibt es keinen Grund sich zu verspannen 

Wenn Du meinst, das in diesem Text noch etwas fehlt, so schreib mir einfach eine E-Mail.

 

Ergänzungen:

Kurt

Ein kleiner Trick noch:
Wenn Du mal Probleme hast beim Eindringen mit der Hand hast, dann bitte die Frau sich auf den Rücken zu drehen.
Drücke dann die Hand nach unten Richtung After und stoß mit der Hand zentimeterweise weiter, bis sie sich entspannt.
Das größte Problem ist das Schambein des Beckens, ich öffne immer die Hand, wenn ich drin bin, so das das Schambein zwischen Daumen und Zeigefinger kommt und drücke nach unten.
So habe ich immer einen Weg nach drinnen gefunden.

 

 

 


Herne, 04.01.04 22:02